🦺 Vergleich 2026: Welche ist die beste Arbeitsschutz-Software?
Stand 19. August 2026 — alle Preise auf den offiziellen Seiten der Anbieter geprüft. Wo ein Anbieter keinen Preis veröffentlicht, steht das hier so. Wir übernehmen keine Schätzung aus einem Vergleichsportal als Tatsache.
✅ Was „Arbeitsschutz-Software“ abdeckt — und was nicht
Unter demselben Etikett wird im deutschsprachigen Raum sehr Verschiedenes verkauft. Am einen Ende steht eine App, mit der ein Meister einen Mangel fotografiert. Am anderen eine Konzernplattform, die Chemikalienbestände, Anlagensicherheit und CSRD-Berichterstattung führt. Wer beides über den Preis vergleicht, kauft am Bedarf vorbei.
In der Praxis stecken vier Produkte in einer Kategorie:
Nachweisführung. Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungsnachweise, Betriebsanweisungen, Prüfnachweise für Arbeitsmittel, Vorsorgekartei, Unfallanzeige. Das ist der Kern der deutschen Pflichtenlage.
Erfassung vor Ort. Begehungen, Sicherheitsrundgänge, Mängelmeldungen, Beinaheunfälle — von Menschen erledigt, die keine Fachkraft für Arbeitssicherheit sind.
Rechtsverfolgung. Rechtskataster, Änderungsdienst, Pflichtenübertragung, Auditvorbereitung nach ISO 45001 und ISO 14001.
Fachdomänen. Gefahrstoffe und Sicherheitsdatenblätter, Arbeitsmedizin, Anlagen- und Prozesssicherheit, Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Kaum ein Produkt ist in allen vier Bereichen stark. Der Vergleich weiter unten ist deshalb so gebaut, dass Sie genau die Bereiche gewichten können, die Sie wirklich brauchen.
📋 Der Pflichtenrahmen: was Sie belegen können müssen
Kein Gesetz verlangt, dass Sie Software kaufen. Verlangt werden Nachweise. Genau hier gehen übersetzte Vergleiche aus dem angelsächsischen Raum in die Irre: dort dreht sich alles um Unfallstatistik, hier um Beurteilung und Dokumentation.
Die Gefährdungsbeurteilung ist der Dreh- und Angelpunkt
§ 5 ArbSchG formuliert die Grundpflicht knapp: „Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.“
§ 6 ArbSchG ergänzt die Dokumentationspflicht: der Arbeitgeber „muß über die je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten erforderlichen Unterlagen verfügen“. Eine feste Beschäftigtenschwelle nennt der Gesetzestext nicht — der Umfang richtet sich nach Tätigkeit und Betriebsgröße, die Pflicht selbst besteht in jedem Betrieb.
Das ist der Grund, warum in Deutschland eine Software zuerst danach beurteilt wird, ob sie eine Beurteilungsmethodik abbildet — Gefährdungsfaktoren, Maßnahmenhierarchie, Wirksamkeitskontrolle, Wiedervorlage — und nicht danach, ob sie hübsche Checklisten kann. Eine Checklisten-App erzeugt Belege. Sie erzeugt keine Beurteilung.
Unterweisung: das Gesetz nennt Anlässe, das Regelwerk die Frist
§ 12 ArbSchG verlangt eine Unterweisung „bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie“ und danach „erforderlichenfalls regelmäßig“. Eine Jahresfrist steht dort ausdrücklich nicht.
Die kommt aus dem Unfallversicherungsrecht: die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ verlangt in § 4 eine Unterweisung mindestens einmal jährlich — und ihre Dokumentation. Für Jugendliche und für bestimmte Gefahrstofftätigkeiten gelten kürzere Intervalle.
Praktisch heißt das: Ihre Software muss nicht nur Unterweisungen ausspielen, sie muss Fristen pro Person und Tätigkeit führen und den Nachweis erzeugen, dass eine bestimmte Person an einem bestimmten Tag zu einem bestimmten Thema unterwiesen wurde. Das ist die Funktion, an der die meisten Excel-Lösungen scheitern.
Prüfnachweise für Arbeitsmittel
§ 14 BetrSichV ist für die Werkzeugauswahl wichtiger, als er wirkt. Prüfen darf nur eine „zur Prüfung befähigte Person“, die insoweit keinen fachlichen Weisungen unterliegt. Die Ergebnisse sind aufzuzeichnen — Art und Umfang der Prüfung, Ergebnis, Name und Unterschrift — und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren. Und der Satz, den viele übersehen: Wird ein Arbeitsmittel an wechselnden Orten eingesetzt, muss am jeweiligen Arbeitsort ein Nachweis über die letzte Prüfung vorhanden sein.
Ein Nachweis, der nur im Server liegt, erfüllt das nicht. Deshalb ist der QR- oder NFC-Aufkleber am Gerät kein Spielzeug, sondern die einfachste Bauform dieser Pflicht.
Gefahrstoffe, Vorsorge, Unfallanzeige
§ 6 GefStoffV verlangt ein Verzeichnis der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe mit fünf Pflichtangaben: Bezeichnung, Einstufung, Mengenbereich, betroffene Arbeitsbereiche und Verweis auf das Sicherheitsdatenblatt. Es muss den betroffenen Beschäftigten zugänglich sein.
§ 3 ArbMedVV verlangt eine Vorsorgekartei, in der steht, „dass, wann und aus welchen Anlässen arbeitsmedizinische Vorsorge stattgefunden hat“. Sie darf digital geführt werden und ist bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses aufzubewahren.
§ 193 SGB VII verlangt die Unfallanzeige, wenn Versicherte getötet werden oder mehr als drei Tage arbeitsunfähig sind — binnen drei Tagen ab Kenntnis, mit Gegenzeichnung durch den Betriebs- oder Personalrat.
Dazu kommen die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung nach ASiG und DGUV Vorschrift 2 sowie, je nach Zertifizierung, die Nachweisanforderungen aus ISO 45001 und ISO 14001 — beides freiwillige Managementsystemnormen, die niemanden gesetzlich verpflichten, aber in Ausschreibungen und Versicherungsverträgen regelmäßig verlangt werden.
Österreich und Schweiz: ähnlich, aber nicht gleich
Wer über die Grenze hinweg arbeitet, sollte nicht davon ausgehen, dass ein deutsches System das erledigt. In Österreich heißt die Gefährdungsbeurteilung Arbeitsplatzevaluierung und ist im ASchG geregelt, mit eigenen Dokumentenformen und der Rolle der Sicherheitsvertrauensperson. In der Schweiz verteilt sich die Materie auf Arbeitsgesetz mit Verordnungen und Unfallversicherungsrecht; koordiniert wird sie durch die EKAS, die zentrale Koordinationsstelle für Arbeitssicherheit, deren Richtlinien den Beizug von Spezialistinnen und Spezialisten der Arbeitssicherheit regeln.
Praktische Konsequenz für die Auswahl: Fragen Sie einen Anbieter nicht, ob er „auch Österreich kann“, sondern ob er eine eigene Länderausgabe mit eigenem Rechtskataster führt. Im Panel unten trifft das nur auf einen Anbieter uneingeschränkt zu.
🏆 Der interaktive Vergleich
Profil wählen, Filter setzen, Gewichtung der sieben Kriterien anpassen. Das Ranking wird in Ihrem Browser neu berechnet. Jedes Produkt lässt sich aufklappen: Bewertung je Kriterium, Stärken, Grenzen, Preis.
Ihr Profil:
10 Lösungen nach Ihren Prioritäten sortiert — die Bewertung je Kriterium ist in der Methodik am Seitenende erläutert.
Die Referenz im deutschsprachigen Raum, und das aus einem nüchternen Grund: Quentic ist die einzige Plattform des Panels, die eigene Länderausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz führt und die Legal Compliance mit einem Änderungsdienst hinterlegt. Alle Module hängen an einer gemeinsamen Datenbasis, dem Quentic Core, sodass eine Gefährdungsbeurteilung die daraus folgende Betriebsanweisung und die Unterweisung mitzieht. Der Preis dafür ist ein Einführungsprojekt und ein Angebot, das man erst nach einem Vertriebsgespräch kennt.
Funktionsumfang Arbeitsschutz
9,0
Bedienbarkeit & Akzeptanz
7,0
Preis & Transparenz
4,0
Mobil & vor Ort
7,5
Rechtskonformität DACH
9,5
Kennzahlen & Nachweise
8,5
Einführung & Betreuung
6,0
Stärken
✅ Eigene Ausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz — im Panel einzigartig
✅ Legal Compliance mit Rechtskataster und Änderungsdienst statt bloßer Dokumentenablage
✅ Betriebsanweisungen nach ArbSchG und BetrSichV werden aus der Gefährdungsbeurteilung heraus erzeugt
✅ Unterstützung des Managementsystems nach ISO 45001 laut Anbieter offiziell bestätigt
✅ Zehn Module auf einer gemeinsamen Datenbasis (Quentic Core), inklusive Umwelt und ESG
Schwächen
⚠️ Kein öffentlicher Preis und kein freier Testzugang — nur eine Demo nach Terminvereinbarung
⚠️ Der modulare Zuschnitt macht Angebote schwer vergleichbar: die Zahl der Module und der Vollnutzer treibt den Preis
⚠️ Die Einführung ist ein Projekt mit Konfiguration und Datenübernahme, kein Selbstbedienungs-Start
⚠️ Seit 2022 Teil der AMCS Group: die Produkt-Roadmap hängt an einer Konzernstrategie, nicht mehr an einem Berliner Mittelständler
Preise
Kein öffentlicher Preis — nur auf Anfrage, Demo statt Testzugang
Test / Demo
Nur nach Terminvereinbarung
Anbieter
Quentic GmbH (AMCS Group) (Deutschland (Berlin))
ArbeitssicherheitGefahrstoffeArbeitsmedizinEreignisse & BeobachtungenRisks & AuditsLegal ComplianceOnline-UnterweisungenControl of WorkUmweltmanagementNachhaltigkeit & ESG
1. Quentic — die Referenz im deutschsprachigen Raum
Überblick
Quentic ist im DACH-Raum das, woran sich alle anderen messen lassen müssen — und zwar aus einem nüchternen, überprüfbaren Grund: es ist die einzige Plattform des Panels mit eigenen Ausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz und einem Rechtskataster samt Änderungsdienst dahinter.
Technisch hängt alles an einer gemeinsamen Datenbasis, dem Quentic Core. Praktisch heißt das: eine Gefährdungsbeurteilung zieht die daraus folgende Betriebsanweisung und die zugehörige Unterweisung mit. Der Anbieter gehört seit 2022 zur AMCS Group.
Stärken
🇩🇪🇦🇹🇨🇭 Eigene Länderausgaben für DE, AT und CH — im Panel einzigartig, und der einzige belastbare Weg, drei Rechtsordnungen in einem System zu führen.
⚖️ Legal Compliance mit Rechtskataster und Änderungsdienst, nicht bloß eine Dokumentenablage mit Ordnerstruktur.
📄 Betriebsanweisungen nach ArbSchG und BetrSichV werden aus der Gefährdungsbeurteilung heraus erzeugt, statt separat gepflegt.
🏅 Unterstützung des Managementsystems nach ISO 45001 ist laut Anbieter offiziell bestätigt.
🧩 Zehn Module auf einer Datenbasis, von Arbeitssicherheit über Gefahrstoffe und Arbeitsmedizin bis Umwelt und ESG.
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis und kein freier Testzugang — nur eine Demo nach Terminvereinbarung.
🧾 Der modulare Zuschnitt macht Angebote schwer vergleichbar: Zahl der Module und Zahl der Vollnutzer treiben den Preis in zwei Richtungen gleichzeitig.
🛠️ Die Einführung ist ein Projekt mit Konfiguration und Datenübernahme, kein Selbstbedienungs-Start.
🏢 Seit 2022 Teil der AMCS Group: die Roadmap hängt an einer Konzernstrategie, nicht mehr an einem Berliner Mittelständler.
Für wen? Unternehmen ab etwa 250 Beschäftigten mit eigener HSE-Funktion, mehreren Standorten und dem Wunsch, Rechtsverfolgung nicht mehr per Newsletter zu betreiben.
2. domeba (iManSys) — Pflichtenübertragung und Fremdfirmen
Überblick
domeba — bis vor kurzem unter dem Produktnamen iManSys bekannt, die alten Domains leiten heute auf domeba.com um — ist der stärkste Gegenspieler zu Quentic und setzt einen Schwerpunkt, den international geprägte Plattformen gar nicht kennen: Pflichtenmanagement.
Wer Unternehmerpflichten nach § 13 ArbSchG schriftlich überträgt, Fremdfirmen vor Werkszutritt unterweisen und Besucher am Tor erfassen muss, findet hier fertige Prozesse statt selbstgebauter Formulare. Gehostet wird in Deutschland, es gibt Länderversionen für die Schweiz, Polen, Frankreich und den englischsprachigen Raum.
Stärken
📜 Pflichtenmanagement für die Übertragung von Unternehmerpflichten — im Panel praktisch konkurrenzlos und eine spezifisch deutsche Anforderung.
🚪 Besucher- und Fremdfirmenverwaltung inklusive Unterweisung vor Werkszutritt.
🎓 Kompetenzen und Qualifikationen als eigenes Modul, verknüpft mit den Unterweisungsfristen.
🇩🇪 Hosting in Deutschland, Server in der EU, Länderversionen für DE, CH, PL, FR und EN.
🩺 Arbeitsmedizinische Vorsorgen als eigenständiges Modul statt als Terminliste im Kalender.
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis, kein freier Testzugang — der Einstieg ist ein Beratungsgespräch.
🔀 Der Markenwechsel iManSys → domeba ist nicht überall vollzogen: Schulungsunterlagen, Suchergebnisse und Drittquellen führen beide Namen nebeneinander, was bei der internen Dokumentation Arbeit macht.
🧾 Modulgrenzen sind unscharf — vor der Verhandlung schriftlich klären, was in welchem Paket steckt.
📏 Auf strukturierte Organisationen zugeschnitten: ein Betrieb mit 30 Beschäftigten trägt Konfigurationsaufwand, den er nicht braucht.
Für wen? Produzierende Betriebe mit Werksgelände, Fremdfirmen, Besucherverkehr und formalisierter Pflichtenübertragung.
3. secova sam® — wenn das Problem die Unterweisung heißt
Überblick
sam® von secova aus Rheine ist aus dem Unterweisungswesen gewachsen und dort bis heute am stärksten: Themen zuweisen, Termine überwachen, Nachweise erzeugen, jährlich wiederholen.
Bemerkenswert ist der Weg in die Gefahrstoffbeurteilung: sam® führt über das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) der BAuA, ein standardisiertes Verfahren, das einem Mittelständler ohne eigenen Chemiker die Ableitung der Schutzmaßnahmen abnimmt. Und es gibt einen offenen Demozugang zur Live-Version — im deutschen Markt eine Seltenheit.
Stärken
🎯 Das Unterweisungswesen ist der Produktkern, nicht ein Modul unter zwanzig. Wenn Ihr eigentliches Problem die Jahresunterweisung ist, kaufen Sie hier nichts Überflüssiges mit.
🧪 Gefahrstoffbeurteilung nach dem EMKG der BAuA — ein standardisierter Weg zu den Schutzmaßnahmen statt einer leeren Eingabemaske.
🔓 Kostenloser Demozugang zur Live-Version, ohne vorheriges Vertriebsgespräch.
📱 Betriebsanweisungen und Sicherheitsdatenblätter am Arbeitsplatz abrufbar, auch auf Tablet.
🏭 Referenzen aus dem Mehrstandortbetrieb (unter anderem Siemens, Rhenus).
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis: das Preisniveau lässt sich vor dem Gespräch nicht abschätzen.
📵 Keine native App auf den Anbieterseiten ausgewiesen — Begehungen laufen über den Browser.
🌱 Umwelt-, Nachhaltigkeits- und ESG-Berichterstattung sind deutlich schwächer ausgebaut als bei Quentic oder Sphera.
⚖️ Kein Rechtskataster mit Änderungsdienst in der Tiefe von Quentic oder Red-on-line.
Für wen? Betriebe von 100 bis 2.000 Beschäftigten, deren Nachweislücke bei Unterweisung, Betriebsanweisung und Gefahrstoffverzeichnis liegt.
4. eplas — viel Modul für einen kleinen Anbieter
Überblick
eplas kommt von der inhabergeführten Jochen Blöcher GmbH aus Dillenburg und bringt einen für seine Unternehmensgröße erstaunlich vollständigen Katalog mit: Blended-Learning-Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Gefahrstoffe, Betriebsanweisungen, Arbeits- und Betriebsmittel, arbeitsmedizinische Vorsorge, Audits und einen Rechtsinformationsdienst.
Das Produkt ist nicht nur in der Industrie im Einsatz, sondern auch im öffentlichen Sektor, und wird über Partner in die Schweiz vertrieben.
Stärken
🎬 Blended Learning: Präsenzunterweisung und E-Learning münden in denselben Nachweis, unabhängig von der Teilnehmerzahl.
🔁 Betriebsanweisungen entstehen aus der Gefährdungsbeurteilung heraus — Daten werden einmal erfasst und mehrfach genutzt.
🔧 Arbeits- und Betriebsmittel sowie arbeitsmedizinische Vorsorge sind eigene Module, keine angehängten Listen.
🤝 Inhabergeführt und ansprechbar — kurze Wege statt eines Konzern-Ticketsystems.
🇨🇭 Schweizer Vertriebspartner vorhanden, Einsatz auch an Hochschulen und in Verwaltungen.
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis, kein Preisrahmen, keine Staffel — nur ein Angebot nach Gespräch.
📵 Keine native App auf den Herstellerseiten ausgewiesen: die Erfassung vor Ort läuft über den Browser.
🧑💻 Kleiner Anbieter: Entwicklungskapazität und Roadmap-Geschwindigkeit sind begrenzter als bei Quentic oder domeba. Das ist der Preis der Nähe.
🌍 Keine Nachhaltigkeits- oder ESG-Berichterstattung — für eine CSRD-getriebene Anforderung das falsche Produkt.
Für wen? Mittelständler, die einen breiten Funktionsumfang wollen, aber einen ansprechbaren Hersteller einer Konzern-Roadmap vorziehen.
5. WEKA EHS 360 plus — der einzige mit einem Preisschild
Überblick
EHS 360 plus – Arbeitsschutz Edition ist der einzige Anbieter dieses Vergleichs, der seinen Preis hinschreibt: 3.950,00 € netto, 4.700,50 € brutto, sichtbar im eigenen Shop.
Das Produkt kommt aus einem Fachverlag, und das merkt man im besten Sinne: über hundert fachlich geprüfte Unterweisungsvorlagen, Musterbetriebsanweisungen, ein zentrales Gefahrstoffverzeichnis und ein Zusammenlagerungs-Check, den man sonst separat einkauft. Wer bei null anfängt, kommt hier am schnellsten zu einem vorzeigbaren Ergebnis.
Stärken
💶 Öffentlich ausgewiesener Preis — der einzige Anbieter im Panel, bei dem das zutrifft. Das allein spart eine Woche Beschaffungsvorlauf.
📚 Über 100 fachlich geprüfte Unterweisungsvorlagen und Musterbetriebsanweisungen aus dem Verlagsbestand.
⚗️ Zusammenlagerungs-Check für Gefahrstoffe — ein Werkzeug, das die meisten Suiten schlicht nicht mitbringen.
🔩 Prüfung von Arbeitsmitteln und Terminmanagement in der Basis enthalten, nicht als Zusatzmodul.
🧾 3.950 € ist ein Paketpreis, keine Preisliste: Laufzeit, Nutzerzahl und Zusatzmodule sind im Shop nicht ausgewiesen und müssen erfragt werden.
📵 Keine native App und keine mobile Erfassung im Leistungsumfang ausgewiesen.
🏗️ WEKA ist Fachverlag mit Softwareangebot, kein reiner Softwarehersteller — Tiefe und Konfigurierbarkeit bleiben hinter Quentic und domeba zurück.
⚠️ Vorsicht bei der Produktwahl: Der ähnlich klingende „WEKA Manager CE“ ist ein Werkzeug für die CE-Kennzeichnung von Maschinen nach Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Er ersetzt kein Arbeitsschutzmanagement, wird aber in Vergleichslisten regelmäßig damit verwechselt.
⚖️ Kein Rechtskataster mit Änderungsdienst, keine Mehrstandortkonsolidierung.
Für wen? Mittelständler ohne eigene EHS-Abteilung, die ernsthaft evaluieren wollen, bevor sie in einen Vertriebsprozess einsteigen.
6. ConSense — Arbeitsschutz über das Qualitätsmanagement
Überblick
ConSense aus Aachen ist der andere Weg in den Arbeitsschutz: nicht über die Fachkraft für Arbeitssicherheit, sondern über das Qualitätsmanagement.
Das System führt Dokumente, Prozesse und Normanforderungen zusammen und bildet ISO 45001 als eine Norm unter vielen ab — neben ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, MAAS-BGW und branchenspezifischen Regelwerken. In einem Betrieb, der ohnehin ein ConSense-QM-System betreibt, ist das oft die schnellere und günstigere Antwort als eine zweite Plattform.
Stärken
🧱 Ein System für Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz, Informationssicherheit und Compliance statt fünf Insellösungen mit fünf Nutzerverwaltungen.
📁 Dokumentenlenkung und Freigabeworkflows auf Verlagsniveau — die Stärke des Hauses seit 2003.
🔗 Normanforderungen werden direkt mit Prozessen und Dokumenten verknüpft, was die Auditvorbereitung spürbar verkürzt.
🔐 Deutscher Anbieter mit eigener ISO-27001- und ISO-9001-Zertifizierung.
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis, kein Selbsttest — modulare Lizenzierung, deren Summe erst im Angebot sichtbar wird.
🧭 Arbeitsschutz ist kein eigenes Fachmodul: Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung werden über Formulare und Dokumente abgebildet, nicht über eine Fachlogik mit Gefährdungsfaktoren und Maßnahmenhierarchie.
⚗️ Kein Gefahrstoffverzeichnis, keine Betriebsanweisungsgenerierung, keine arbeitsmedizinische Vorsorge.
📵 Keine Feld-App: Begehungen und Mängelmeldungen vor Ort sind nicht die Stärke des Systems.
Für wen? Organisationen mit bestehendem QM-System, die den Arbeitsschutz integrieren statt danebenstellen wollen.
7. Red-on-line (vormals gutwin) — das Rechtskataster
Überblick
Bis vor kurzem hieß dieses Produkt gutwin und kam von der Gutwinski Management GmbH aus Perchtoldsdorf bei Wien — dem meistgenutzten Rechtsmanagementsystem im deutschsprachigen Raum, im Einsatz an über 1.200 Standorten in Österreich und Deutschland.
Seit der Übernahme durch Red-on-line, eine Marke der französischen Infopro Digital Gruppe, ist gutwinski.at abgeschaltet; die Domain leitet auf den internationalen Auftritt um. Die Stärke bleibt dieselbe: Rechtspflichten werden nicht als Gesetzestext zum Selbstauswerten geliefert, sondern als verständlich formulierte, zuweisbare Aufgaben.
Stärken
⚖️ Rechtspflichten als konkrete Aufgaben, nicht als PDF-Sammlung — der Unterschied zwischen „wir haben ein Rechtskataster“ und „wir arbeiten damit“.
🔔 Rechtsänderungsdienst mit Gegenüberstellung der bisherigen und der neuen Rechtslage.
🇩🇪🇦🇹 Umwelt-, Energie- und Arbeitsschutzrecht für Deutschland und Österreich gemeinsam — die historische Stärke der Gutwinski-Inhalte.
🌍 Über 100 Länder im Portfolio — die Antwort für einen Konzern mit Standorten weit außerhalb der DACH-Region.
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis, kein freier Test.
🏳️ Die österreichische Marke gutwin ist verschwunden. Die deutschsprachige Startseite von Red-on-line benennt das deutsche und österreichische Rechtskataster nicht mehr ausdrücklich, sondern spricht von „500+ abgedeckten Rechtsordnungen“. Lassen Sie sich den DACH-Umfang vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen.
🇫🇷 Der Anbieter ist kein DACH-Unternehmen mehr, sondern Teil einer französischen Verlagsgruppe.
🧩 Kein Unterweisungssystem, kein Gefahrstoffverzeichnis, keine arbeitsmedizinische Vorsorge — ein ergänzendes Werkzeug, keine Arbeitsschutzplattform.
📵 Keine ausgewiesene App für Begehungen vor Ort.
Für wen? Betriebe, deren Auditfeststellung „Rechtskataster nicht aktuell“ lautet — als Ergänzung zu einer der Plattformen oben, nicht als Ersatz.
8. Sphera — wenn Stoffe und Anlagen die Arbeit machen
Überblick
Wenn nicht Unterweisungen, sondern Stoffe und Anlagen den Compliance-Aufwand treiben, ist Sphera die Antwort. Chemikalienmanagement, Sicherheitsdatenblätter, Expositionsbewertung und Prozesssicherheit sind hier tiefer ausgebaut als bei jedem anderen Anbieter des Panels.
Die deutsche Gesellschaft sitzt in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart, es gibt einen deutschsprachigen Auftritt, und die Referenzliste liest sich wie ein Querschnitt der deutschen Großindustrie.
Stärken
⚗️ Tiefstes Chemikalien- und Gefahrstoffmanagement des Panels, inklusive Sicherheitsdatenblatt-Verwaltung und standortübergreifender Expositionsbewertung.
🏭 Prozess- und Anlagensicherheit (Operational Risk Management) — dafür gibt es hier keinen ernsthaften Wettbewerber.
🔓 Arbeitsfreigaben (Permit to Work) als eigenes Modul, relevant für Instandhaltung und Fremdfirmeneinsatz.
🇩🇪 Deutsche Gesellschaft, deutschsprachige Seite, was die Beschaffung erheblich vereinfacht.
📊 Konsolidierte Kennzahlen und ESG-Berichterstattung über viele Standorte und Länder.
Schwächen
💸 Kein öffentlicher Preis, kein Test — Einstieg ausschließlich über den Vertrieb.
🗓️ Auf Konzerne zugeschnitten: die Einführung ist ein mehrmonatiges Projekt mit erheblichem Beratungsanteil.
📋 Die deutschen Pflichten sind nicht der Ausgangspunkt der Plattform. Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1, Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG und Vorsorgekartei nach ArbMedVV sind hier Konfigurationsarbeit, kein fertiger Prozess.
📵 Keine mobile App auf den geprüften deutschsprachigen Seiten ausgewiesen.
Für wen? Chemie, Pharma, Raffinerie, Energieerzeugung — überall dort, wo eine Anlagengenehmigung schwerer wiegt als eine Unterweisungsliste.
9. Mitti (vormals SafetyCulture) — die einzige App, die freiwillig benutzt wird
Überblick
Mitti ist das einzige Produkt dieses Vergleichs, das eine Belegschaft aus eigenem Antrieb benutzt. Vorlagen, Fotos, Offline-Erfassung und Mängelmeldung sind konkurrenzlos einfach, und der kostenlose Plan bis zehn Personen erlaubt einen echten Test ohne Beschaffungsvorgang.
Der Anbieter hat sich am 11. August 2026 von SafetyCulture in Mitti umbenannt — Daten, Zugänge und Integrationen bleiben unverändert, aber Name, Logo, App und Website sind neu. Preise: gratis bis 10 Personen mit fünf aktiven Vorlagen, dann 24 $ pro Lizenz und Monat bei Jahreszahlung (29 $ monatlich), Enterprise auf Anfrage.
Stärken
🆓 Kostenloser Plan bis 10 Personen mit fünf aktiven Vorlagen — der einzige nutzbare Gratis-Einstieg im Panel.
💶 Veröffentlichter Lizenzpreis, was in dieser Kategorie fast niemand tut.
📱 Die mit Abstand beste Erfassung vor Ort, Offline-Betrieb inbegriffen, in Minuten erlernt.
🧩 Vorlagenmodell, das sich ohne Anbieter an jeden Prozess anpassen lässt.
Schwächen
📋 Kein Werkzeug für die Gefährdungsbeurteilung im Sinne des § 5 ArbSchG. Checklisten ja, Beurteilungsmethodik und Maßnahmenhierarchie nein. Wer das als GBU-Ersatz einsetzt, hat Belege, aber keine Beurteilung.
⚖️ Kein Rechtskataster und kein Änderungsdienst für deutsches, österreichisches oder Schweizer Recht.
💵 Preise werden auch auf der deutschen Seite in US-Dollar ausgewiesen — Wechselkursrisiko und ein Reibungspunkt in jeder Beschaffung.
🔀 Der Markenwechsel ist frisch: Schulungsunterlagen, Zertifikate, interne Verweise und Auditdokumente laufen noch auf den Namen SafetyCulture.
💸 Preis pro Lizenz und Person: bei einer großen gewerblichen Belegschaft steigt die Rechnung schnell.
Für wen? Betriebe, deren erstes Problem lautet: es wird überhaupt nichts gemeldet.
10. GearTracker — eine Pflicht, dafür vollständig
Überblick
GearTracker steht aus einem engen, klar benannten Grund in diesem Vergleich, und es ist keine EHS-Plattform. Es deckt eine einzige Pflicht vollständig ab: den Nachweis, dass eine Schutzausrüstung geprüft wurde, dass sie einer namentlich benannten Person ausgegeben ist, und dass diese Person die Unterweisung und Befähigung für ihren Gebrauch hat.
Das ist exakt die Kette, die § 14 BetrSichV am Einsatzort verlangt. Abgerechnet wird pro Ausrüstung, nicht pro Person: gratis bis 100 Ausrüstungen, danach 0,85 € pro Ausrüstung und Jahr bei Jahreszahlung, mit unbegrenzten Nutzern in jedem Plan.
Stärken
🆓 Kostenlos bis 100 Ausrüstungen, unbegrenzte Nutzer in jedem Plan — auch im Gratisplan.
💶 Preis pro Ausrüstung statt pro Person: die gesamte Belegschaft einzubinden kostet nichts zusätzlich.
👤 Prüfung, Zuweisung, Unterweisung und Befähigung in einem Datensatz, mit Fristenalarm vor jedem Ablauf.
🏷️ NFC- und Barcode-Scan direkt am Gerät — der Prüfnachweis ist dort abrufbar, wo das Arbeitsmittel steht. Genau die Bauform, die § 14 BetrSichV für wechselnde Einsatzorte verlangt.
🌍 Mehrsprachige Oberfläche, deutsche Fassung inbegriffen, Einsatz in mehreren Ländern.
Schwächen
🚫 Keine EHS-Plattform: keine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG, kein Unfall- und Vorfallmanagement, kein Audit- oder Maßnahmenmodul.
⚖️ Kein Rechtskataster und kein Änderungsdienst für deutsches, österreichisches oder Schweizer Recht — genau das Argument, mit dem Quentic, domeba und Red-on-line antreten.
⚗️ Kein Gefahrstoffverzeichnis, keine Sicherheitsdatenblätter, keine Betriebsanweisungen.
📚 Die Unterweisungsfunktion verwaltet Nachweise und Fristen, liefert aber keine Inhalte. Vorlagen und E-Learning bringen secova, eplas und WEKA mit, GearTracker nicht.
🔢 Die deutsche Preisseite nennt die 0,85 € nicht im Klartext — die Staffel wird erst im Preisrechner sichtbar, und über 1.000 Ausrüstungen sinkt der Satz. Das erschwert den Angebotsvergleich.
🇫🇷 Der Anbieter sitzt in Frankreich: bei einer Beschaffung mit strikter DACH-Anforderung ist das eine zusätzliche Prüfung.
Für wen? Betriebe, deren Lücke bei PSA- und Arbeitsmittelnachweisen liegt — neben einer Plattform, nicht statt ihr. Vertiefend: unser Vergleich zur Software für die Prüfung von Arbeitsmitteln.
Unsere Methodik: sieben Kriterien, prüfbare Fakten, redaktionelle Noten
Jedes Produkt wird auf sieben Kriterien mit einer Note von 0 bis 10 bewertet. Die Profile ändern nur die Gewichtung, nie die Noten:
Bedienbarkeit & Akzeptanz — ob eine Führungskraft ohne Schulung die Unterweisung wirklich im System quittiert, statt eine Unterschriftenliste einzuscannen.
Preis & Transparenz — Preisniveau, freier Testzugang und wie viel der Gesamtkosten vor dem ersten Vertriebsgespräch bekannt ist.
Mobil & vor Ort — App oder mobiler Zugriff, Offline-Erfassung, Fotos, QR- und NFC-Scan.
Rechtskonformität DACH — ArbSchG, DGUV Vorschriften 1 und 2, BetrSichV, GefStoffV, ArbMedVV, Rechtskataster und Änderungsdienst, dazu ASchG und VUV/EKAS.
Kennzahlen & Nachweise — Dashboards, Auditnachweise für ISO 45001 und ISO 14001, Standortkonsolidierung, Exporte.
Einführung & Betreuung — Konfigurationsaufwand, Datenübernahme, Schulung, deutschsprachiger Support, Hosting in der EU.
Wie die Noten entstanden sind. Das Vorhandensein einer Funktion wurde auf den offiziellen Produktseiten geprüft. Anschließend wurden fehlende Preistransparenz, kostenpflichtige Zusatzoptionen und Einstiegsgrenzen, die den Basisplan praktisch unbrauchbar machen, mit Abzügen belegt. Bewertungen aus Online-Portalen fließen nicht ein — eine Bewertungsanzahl misst vor allem, wie lange ein Anbieter schon verkauft, und benachteiligt jüngere Werkzeuge systematisch.
Zwei Kodierregeln, die Sie kennen sollten:
„Mobile App“ bedeutet hier: der Anbieter benennt auf seinen eigenen Seiten eine native App. Browserzugriff vom Smartphone ist bei praktisch allen Systemen möglich und wäre als Unterscheidungsmerkmal wertlos. Das erklärt ein auffälliges Ergebnis dieser Recherche: der deutschsprachige Markt ist überwiegend browser-first. Nur Quentic, domeba, Mitti und GearTracker bewerben eine eigene App. Die Note „Mobil & vor Ort“ bewertet dagegen die Nutzung vor Ort insgesamt und fällt deshalb bei secova oder Sphera besser aus, als der Filter vermuten lässt.
„Preis öffentlich“ ist ein Ja/Nein ohne Wohlwollen. Ein Paketpreis ohne Angabe von Laufzeit und Nutzerzahl — wie bei WEKA — zählt als öffentlich, wird aber in den Schwächen benannt.
Die Noten je Kriterium sind ein redaktionelles Urteil: kein öffentlicher Standard verwandelt eine Funktionsliste in eine Zahl. Sie werden deshalb offen ausgewiesen und sind neu gewichtbar, damit Sie unserer Reihenfolge mit Ihren eigenen Prioritäten widersprechen können.
🧪 Wie Sie eine Arbeitsschutz-Software prüfen, ohne sich etwas verkaufen zu lassen
Fünf Prüfungen, die jede Demo überstehen muss. Sie kosten Sie zwei Stunden und ersparen Ihnen zwei Jahre.
Bringen Sie Ihre eigene Gefährdungsbeurteilung mit. Nehmen Sie einen realen Arbeitsplatz aus Ihrem Betrieb und lassen Sie den Anbieter die Beurteilung live anlegen — mit Gefährdungsfaktoren, Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip, Verantwortlichen, Terminen und Wirksamkeitskontrolle. Zählen Sie die Klicks. Lassen Sie sich am Ende die daraus erzeugte Betriebsanweisung zeigen. Wenn dieser Schritt „geht auch, aber anders“ heißt, ist es ein Checklistenwerkzeug.
Testen Sie mit der Person, die am wenigsten Lust darauf hat. Geben Sie einem Meister das Smartphone und bitten Sie ihn, einen Mangel zu melden. Dauert es länger als 90 Sekunden, wird es im Betrieb nicht passieren — und Sie zahlen für Lizenzen, die niemand nutzt.
Fragen Sie präzise nach, was der Rechtsdienst abdeckt. „Rechtsaktualisierungen“ kann heißen: ein Newsletter mit Gesetzesänderungen, oder ein gepflegtes Kataster mit zugewiesenen Pflichten und Gegenüberstellung alter und neuer Rechtslage. Zwischen beidem liegt ein fünfstelliger Betrag. Fragen Sie ausdrücklich nach Österreich und der Schweiz, wenn Sie dort Standorte haben.
Rechnen Sie die Nutzerzahl ehrlich. Preis pro Vollnutzer ist für eine Sicherheitsabteilung unproblematisch und für 3.000 gewerbliche Beschäftigte ruinös. Klären Sie früh, ob es Lesezugriffe, Standortlizenzen oder eine Unternehmenslizenz gibt — und ob eine Unterweisungsquittung eine Lizenz verbraucht.
Prüfen Sie den Ausstieg, bevor Sie einsteigen. Unterweisungsnachweise, Gefährdungsbeurteilungen und Prüfprotokolle sind über Jahre nachweisrelevant. Lassen Sie sich den vollständigen Export inklusive Anhänge in einem dokumentierten Format im Vertrag zusichern, nicht in einer E-Mail.
❓ Häufige Fragen
Ist Arbeitsschutz-Software gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Vorgeschrieben sind die Nachweise, nicht das Werkzeug. § 5 ArbSchG verlangt die Gefährdungsbeurteilung, § 6 ihre Dokumentation, DGUV Vorschrift 1 die jährliche Unterweisung samt Nachweis, § 14 BetrSichV die Prüfaufzeichnung. Ein Betrieb mit zwölf Beschäftigten kann das mit Formularen erledigen. Ab etwa fünfzig Beschäftigten oder mehreren Standorten scheitert die Papierlösung nicht an der Erstellung, sondern an der Fristenüberwachung.
Was ist der Unterschied zwischen EHS-, HSE- und Arbeitsschutz-Software?
Nichts Verlässliches. „EHS“, „HSE“, „EHSQ“, „Arbeitsschutzmanagement“ und „Sicherheitsmanagement“ werden von den Anbietern austauschbar verwendet. Entscheidend ist, welchen der vier eingangs beschriebenen Bereiche ein Produkt wirklich abdeckt — Nachweisführung, Erfassung vor Ort, Rechtsverfolgung, Fachdomänen.
Gibt es kostenlose Arbeitsschutz-Software?
Im engeren Sinne nein. Mitti ist bis zehn Personen mit fünf aktiven Vorlagen kostenlos, deckt aber die Gefährdungsbeurteilung nicht nach deutschem Verständnis ab. GearTracker ist bis 100 Ausrüstungen kostenlos mit unbegrenzten Nutzern, deckt aber nur den Prüf- und Befähigungsnachweis ab. secova, eplas und WEKA bieten freie Demozugänge. Alle übrigen Anbieter dieses Vergleichs arbeiten ausschließlich mit Angeboten.
Brauche ich eine Zertifizierung nach ISO 45001?
Gesetzlich nein — ISO 45001 ist eine freiwillige Managementsystemnorm und in keiner Rechtsordnung Pflicht. Vertraglich sieht es anders aus: Kunden, Auftraggeber und Versicherer verlangen sie regelmäßig. Die meisten Plattformen dieses Vergleichs erzeugen die Nachweise, die ein ISO-45001-Audit sehen will. Zertifiziert macht Sie keine davon.
Warum ist der veröffentlichte Preis in diesem Vergleich so ein großes Thema?
Weil er im deutschen Markt fast vollständig fehlt. Von zehn geprüften Anbietern veröffentlichen genau drei eine Zahl, und einer davon rechnet auf der deutschen Seite in US-Dollar. Das ist keine Marktbesonderheit, sondern eine Verhandlungsstrategie: ohne Referenzpreis verhandeln Sie gegen ein Angebot, das speziell für Sie gerechnet wurde. Holen Sie deshalb grundsätzlich zwei Angebote ein und lassen Sie sich die Preisbestandteile einzeln ausweisen.
Kann eine Software die Gefährdungsbeurteilung für mich erstellen?
Nein, und Anbieter, die das andeuten, sollten Sie misstrauisch machen. Die Verantwortung liegt nach ArbSchG beim Arbeitgeber und ist nicht delegierbar. Vorlagen und KI-Vorschläge beschleunigen die Erstellung, ersetzen aber weder die Begehung noch die betriebsspezifische Beurteilung. Praktische Unterweisungen — Feuerlöscher, PSA gegen Absturz, Erste Hilfe — bleiben ohnehin Präsenzthemen, und die Gefahrstoffunterweisung verlangt nach § 14 GefStoffV eine mündliche, arbeitsplatzbezogene Komponente.
Was ist mit Instandhaltung und Betriebsmitteln?
Das sind Nachbarkategorien mit eigenen Werkzeugen. Für die Planung und Dokumentation von Wartung siehe unseren Vergleich der Instandhaltungssoftware, für die reine Bestandsführung von Geräten und Werkzeugen den Vergleich zur Betriebsmittelverwaltung.
🚀 Fazit
Wenn Sie eine Plattform für den gesamten Arbeitsschutz suchen und mehrere Standorte oder Länder betreiben, führt an Quentic wenig vorbei — es ist der einzige Anbieter mit eigenen Ausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Steht bei Ihnen dagegen Pflichtenübertragung, Fremdfirmen und Werkszutritt im Vordergrund, ist domeba die präzisere Antwort.
Ist Ihr eigentliches Problem die jährliche Unterweisung und ihr Nachweis, kaufen Sie mit secova sam® genau das und nichts Überflüssiges — mit einem Demozugang, den Sie ohne Vertriebsgespräch bekommen. Wollen Sie ernsthaft evaluieren, bevor Sie in einen Vertriebsprozess einsteigen, ist WEKA EHS 360 plus der einzige Anbieter, der Ihnen das erlaubt: ein Preis, der im Shop steht.
Treiben Gefahrstoffe und Anlagensicherheit Ihren Aufwand, ist Sphera konkurrenzlos und zugleich für alles andere überdimensioniert. Und wenn im Betrieb überhaupt nichts gemeldet wird, lösen Sie dieses Problem am schnellsten und billigsten mit Mitti, unabhängig davon, welche Plattform darunter läuft.
Liegt Ihre Lücke am Ende bei PSA-, Prüf- und Befähigungsnachweisen, kaufen Sie dafür keine EHS-Plattform. Das ist ein anderes Produkt, und GearTracker ist die günstigere und genauere Antwort — ergänzend zu der Plattform, für die Sie sich entscheiden.
Nutzen Sie den interaktiven Vergleich mit Ihrer eigenen Gewichtung und lassen Sie die beiden Finalisten anschließend eine echte Gefährdungsbeurteilung aus Ihrem Betrieb von Anfang bis Ende durchlaufen.